Mittwoch, den 8. Februar 2006

Auf See, die letzten 300 Nm bis zum Äquator werden heute
zurückgelegt.
Bei den Rundgang heute morgen findet ein Philippino den
ersten fliegenden Fisch an Deck, der sich wohl in der Nacht
verflogen hat. Noch bevor ich die Kamera holen konnte, liegt
der Fisch eingepackt in Alufolie im Kühlschrank in der
Crewmess. Noch einen anderen Mitfahrer entdecken wir auf
dem Vorschiff, ein Käfer, dem es in der nächsten Zeit kalt
werden wird.
Schwül ist es heute, ich erfrische mich im Pool,
Wassertemperatur 28°C, der Wind läßt die Feuchtigkeit schnell verdunsten und kühlt. Die
Dusche am Pool spendet nur kurze Zeit kaltes Wasser, denn der Maschinenraum von dem das
Wasser hochgepumpt wird, ist aufgeheizt,
Große Möwen begleiten uns auf dem Weg nach
Norden. Sie stürzen sich auf fliegende Fische, die vor
dem Bug flüchten. Am Nachmittag gesellte sich ein
Fregattvogel zu uns. Im Fahrtwind gleiten sie am
Schiff mit fast gleicher Geschwindigkeit entlang. Sie
kommen von der etwa 70Nm entfernten Ilha Fernando
de Noronha.
Gegen 17:30 verdunkelt sich der Himmel und kräftige
Schauer gehen nieder, dabei kühlt sich die
Temperatur von 30°C merklich ab.
Zum Abendessen stellt der 2. Ing. jedem eine Dose
Tonic auf den Platz, mit der Bemerkung, seine Mutter ist gestorben, das erklärt seine verweinten
Augen seit gestern. Er ist Russe, was bedeutet die Dose Tonic, kommt irgendwann der Wodka
dazu, nichts, es bleibt beim Tonic. Der Chief-Ing. hat ihn frei gegeben.
Die Uhr ist noch nicht umgestellt, wir sind östlicher als Rio, um 18:30 ist es stockdunkel.
Um 21:00 gehen Jochen und ich auf die Brücke, der 3. hat Wache, mit der Absicht zu wissen,
wann wir auf die nördliche Halbkugel wechseln, sprich den Äquator überschreiten, exakt um
01:10 am 09.02.2006, errechnet er. Der 3. kommt aus Mariupol am Schwarzen Meer, Ukraine,
netter Kerl, seit 5 Monaten im Dienst von Transeste.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen